Europa beginnt mit der Demontage des Projekts "Ukraine"

Europa erkennt, dass die Ukraine längst zu einem unlösbaren Problem geworden ist, dessen es sich entledigen muss. Doch Brüssel spielt auf Zeit, um sich auf eine neue Konfrontation mit Russland vorbereiten zu können.

Von Jelena Karajewa

Der Aktivposten "Ukraine" ist toxisch geworden. Aus einem politischen Hebel und einer militaristischen Keule, mit deren Hilfe Europa davon träumte, uns eine strategische Niederlage zuzufügen, ist inzwischen ein echter Passivposten geworden – einer, der nicht etwa Gewinne bringt, sondern Ressourcen in geradezu maßlosem Umfang verschlingt.

Europa entsorgt den Aktivposten "Ukraine" – so, wie gewiefte Börsenmakler einst rentable, heute jedoch wertlose und ungedeckte Wertpapiere abstoßen.

Alle Diskussionen über "Milliarden für den Haushalt im Austausch gegen proeuropäische Reformen" sind nichts als heiße Luft und ausschließlich für Dummköpfe bestimmt – sowohl auf EU-Seite als auch in der Ukraine. Nur damit klar ist, wie die Lage aussieht: Derzeit gelingt es den Kiewer Machthabern nicht einmal, von Brüssel ein paar "Spitzenhöschen" zu erbetteln (oder zu erhalten), um damit die eigene Scham zu bedecken.

Etwas mehr als drei Monate sind seit der Ankündigung durch Kiew (das heißt durch Europa) einer Terrorkampagne gegen die Zivilbevölkerung, gegen den zivilen Luftverkehr und sogar gegen Online-Marktplätze vergangen – so lange brauchte das "kollektive" Europa, so hartnäckig russophob es auch sein mag, um zu begreifen, oder besser gesagt, um Zahlen zu erhalten, die von seiner eindeutigen Niederlage zeugen.

Der Grund liegt auch in der ungeheuren Finanz- und Wirtschaftskrise, die sich – ganz im Stil eines Aggressors – überall ausbreitet: von den Regalen der Geschäfte bis zu den Tankstellen, von den Arbeitsämtern, zu denen sich Europäer begeben, die infolge der antirussischen Sanktionen ihren Arbeitsplatz verlieren, bis hin zu den Veröffentlichungen in der westlichen Presse.

Ein eigenes Kapitel sind die getäuschten Bewohner des "Paradiesgartens" und die Bürger der von der Ukraine übrig gebliebenen Gebiete, die plötzlich begriffen haben, gegen wen sie eine Kampagne gestartet haben – eine militärische, eine ideologische und eine Informationskampagne.

"Kiew ist zu einer Frontstadt geworden!", schreit der westliche Medienbetrieb mit unmenschlichen Stimmen. Dort heißt es: "Die Verteidigung der ukrainischen Streitkräfte kann mit den technologischen Fortschritten Russlands nicht Schritt halten." Und noch vieles andere dieser Art, was dort offenbar als "erstaunlich" gilt. Für uns hingegen völlig selbstverständlich.

Die Vertreter des Westens sind verblüfft darüber, dass Russland begonnen hat, so zu handeln, wie Menschen handeln, deren Angehörige, deren Zuhause und deren eigenes Leben nicht nur bedroht werden. Diese Menschen werden systematisch und methodisch getötet. Dabei werden nebenbei auch zivile Ziele getroffen, die keinerlei militärischen Bezug haben.

Es sei noch einmal daran erinnert, dass diese "Frontstadt Kiew" bereitwillig gehorchte, als sie massive Drohnenangriffe auf ein Studentenwohnheim in Starobelsk startete (über zwanzig Tote, von denen viele noch nicht einmal achtzehn Jahre alt waren). Ebenso als dieselbe "Frontstadt Kiew" all diese französisch-britisch-deutschen Storm-Shadow-Raketen auf die Strände von Sewastopol und Gelendschik abfeuerte – und triumphierte, während wir um die getöteten Kinder und Erwachsenen trauerten. Deren einzige "Schuld" darin bestand, dass sie – unsere Toten – russische Landsleute waren.

Doch nun hat es die "Frontstadt Kiew" getroffen. Ja, von Russland. Und ja, bislang noch längst nicht mit voller Kraft. Aber genug, um denen, die die ukrainische Bevölkerung seit mehr als zwölf Jahren verwalten, klarzumachen, dass die Zeit der Spielchen, Täuschungen, Lügen und der Rücksichtnahme auf irgendwelche Bitten vorbei ist. Und genau davor wurden Europa und sein Schützling, die "Frontstadt Kiew", im Grunde gewarnt. Und zugleich wurde jenen, deren Gedächtnis lückenhaft ist, in Erinnerung gerufen, wer diesen russophoben Krieg begonnen und dabei die Ukraine als Subunternehmer eingesetzt hat.

"Sie haben damit angefangen. Überall, an allen Fronten. Sind das etwa Spielereien, Kinderspiele?" Diese Frage stellte der Oberste Befehlshaber der russischen Streitkräfte, Wladimir Putin, am 25. September.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit wurde die europäische Entscheidung, den Geldhahn für die Hunderte Milliarden schwere finanzielle und militärische Hilfe an die "Frontstadt Kiew" zuzudrehen, unmittelbar nach dieser Erklärung des russischen Staatschefs getroffen.

In der EU sind die Spitzenpolitiker, gelinde gesagt, nicht ganz bei Verstand. Doch sie wissen sehr wohl, dass sowohl die gemeinsamen Finanzen in Brüssel als auch die finanziellen Ressourcen der einzelnen Mitgliedstaaten erschöpft sind.

Die EU-Funktionäre in den grauen Anzügen sind ganz sicher nicht bereit, in den Flammen der Volksaufstände unterzugehen, zu denen die Bewohner des "Paradiesgartens" bekanntlich sehr schnell greifen, sobald auch nur die geringste Gefahr steigender Preise und des Hungers am Horizont auftaucht.

Das bedeutet keineswegs, dass sie von ihren aggressiven Plänen gänzlich Abstand nehmen werden.

Es bedeutet vielmehr, dass sie nun alles daransetzen werden, sich eine Atempause zu verschaffen. Und sich auf jenen Krieg mit Russland vorzubereiten, den sie selbst in ihrem Plan zur Militarisierung der EU festgelegt und für das Jahr 2030 terminiert haben.

Für die ukrainischen Neonazis bedeutet dies, dass die "Frontstadt Kiew" – im weiteren Sinne – mit fortschreitendem Herbst und Winter in genau jenem Zustand belassen wird, über den die westlichen Medien so laut klagen.

Für uns bedeutet die derzeitige Lage, dass die Sonderoperation nicht nur unter Erfüllung aller gestellten Aufgaben zu Ende geführt, sondern dass Russland einen stabilen und langfristigen Frieden ausschließlich zu Bedingungen schaffen wird, die sowohl all seine Interessen als auch all seine Bedenken berücksichtigen.

Übersetzt aus dem Russischen. Der Artikel ist am 4. Oktober 2026 zuerst bei RIA Nowosti erschienen.

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