"Rybár"-Gründer: Bekannter russischer Militärblogger in Montenegro festgenommen

In Montenegro sind am Freitagmorgen ein prominenter russischer Blogger, seine Ehefrau und drei Mitarbeiter festgenommen worden. Michail Swintschuk ist Gründer des militäranalytischen TG-Kanals "Rybár". Die USA fahnden nach ihm wegen angeblicher Wahlbeeinflussung.

Der Gründer des populären russischen Telegram-Kanals "Rybár", Michail Swintschuk, wurde zusammen mit mehreren Mitarbeitern des Projekts in Montenegro festgenommen. Dies berichtet der Sender Vijesti unter Berufung auf Quellen aus den montenegrinischen Sicherheitsbehörden.

Nach Angaben der Zeitung erfolgte die Festnahme am Morgen des 9. Oktober in der Stadt Risan. Zu den Festgenommenen gehören Swintschuks Ehefrau und Mitarbeiterin Waleria sowie drei weitere Personen. Die offiziellen Gründe der Festnahme sind zur Stunde nicht bekannt.

Der Premierminister Montenegros Milojko Spajić kommentierte die Festnahme wie folgt:

"Wir haben davor gewarnt, dass die Versuche einer hybriden Einmischung und Destabilisierung Montenegros nicht aufhören und unseren Weg in die EU begleiten."

Spajić erklärte nicht, wie Filmarbeiten Montenegro destabilisieren. Er sagte lediglich, es sei "derzeit nicht der richtige Zeitpunkt für voreilige Erklärungen", es gebe jedoch "schwerwiegende Gründe", die eine gründliche Überprüfung erforderten. Er betonte, dass die Behörden keine Details preisgeben würden, die in die Zuständigkeit der Sicherheitsdienste fielen.

Der Telegram-Kanal Rybár hat 1,5 Millionen Leser und ist hauptsächlich militäranalytisch ausgerichtet. Bekannt ist er durch seine detaillierten Karten von Frontverläufen im Ukraine-Krieg und in anderen Kriegsherden auch über Russland hinaus. Im Jahr 2024 setzte das US-Außenministerium eine Belohnung von zehn Millionen Dollar für Hinweise auf den Aufenthaltsort von Michail Swintschuk aus und warf ihm Wahlbeeinflussung vor. Ende letzten Jahres verhängte Großbritannien Sanktionen gegen ihn, auch die EU führt ihn auf ihren Sanktionslisten.

Geboren wurde der Blogger 1991 im fernöstlichen Wladiwostok und hat eine Ausbildung als Militärdolmetscher für Arabisch und Englisch.

Auf dem Kanal selbst wurde die Festnahme inzwischen bestätigt. In der Mitteilung wird hervorgehoben, dass alle Festgenommenen sich legal und offiziell in Montenegro aufgehalten hätten. Es sei insbesondere eine Filmaufnahme des Klosters Cetinje geplant gewesen, für die zuvor ein offizieller Antrag gestellt worden war.

Derzeit stehe das Projektteam in Kontakt mit dem russischen Außenministerium, das sich um die Klärung der entstandenen Situation bemüht. Da keine Verstöße gegen die örtlichen Gesetze vorlagen, fordert das Team die Freilassung aller Festgenommenen. Die Veröffentlichung von Beiträgen auf der Hauptseite des Projekts und in den regionalen Kanälen läuft unverändert weiter.

Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, teilte mit, dass die Botschaft in Montenegro derzeit alle Umstände des Vorfalls klärt.

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